2015/16 Erfahrungsbericht Kōbe

idua_japan, FlickrAn dieser Stelle berichtet Sarah, Austauschstudentin an der Universität Kōbe im Akademischen Jahr 2015-2016, von ihren Erfahrungen:

Vorbereitung

Als Vorbereitung auf das Austauschjahr haben wir uns über die Universität, die Wohnheime und Kobe zunächst am Informationstag “Auf nach Japan” informiert. Von Frau Moros bzw. Frau Mladenova haben wir die Emailadressen der Japanologie-Studenten, die zu der Zeit in Kobe studierten, bekommen und konnten ihnen weitere Fragen stellen. Unsere Fragen bezogen sich hauptsächlich darauf, welche Gegenstände wir von unseren Vorgängern übernehmen können und welche wir neu anschaffen müssen und ob sie auch Kurs- bzw. Aktivitätenempfehlungen für uns hätten.

Kosten

Weiterhin haben wir uns Informationen über die Finanzierung für unser Auslandsjahr eingeholt: z.B. über Auslandsbafög, KfW-Studentenkredit oder deutsche Stipendien. Zu den Gesamtkosten, die wir monatlich hatte, haben wir eine Aufstellung der Fixkosten zusammengefasst:

  • 18.000¥ Wohnheim – Kokui 国維寮
  • 3. – 4.000¥ Nebenkosten (Wasser, Gemeinschaftsraum) – alle 2 Monate abgerechnet
  • 1.850¥ Versicherung
  • ca. 3.000¥ Strom
  • ca. 3.000¥ Telefon und Internet (Empfehlung: SunNet)
  • ca. 29.850¥ (alle 2 Monate; ohne Nebenkosten 25.850¥)

Für den Fall, dass das Auslandsbafög bewilligt wurde, liegt der Höchstbetrag bei ca. 850€.

Besonderheiten der Uni

Eine der Besonderheiten der Kobe University, Fakultät Intercultural Studies, ist der monatliche Stammtisch der deutsch-japanischen Studenten, der von Prof.Dr. Kreck und Prof. Fujino veranstaltet wird.

Außerdem bietet die Universität den Austauschstudenten eine umfassende und hilfreiche Betreuung durch das universitäre Tutorenprogramm (z.B. Truss). Im Intercultural Cafè, kurz IC-Cafè, in der Universität bietet Platz und Gelegenheit zum Tandem oder auch interkulturellen Austausch zwischen Tutoren und Austauschstudenten oder auch unter den Austauschstudenten selbst. Der Japanisch-Sprachunterricht findet in einem gesonderten Gebäude namens Ryuugakusei-Center (留学生センター) statt. Die Studienordnung der Kobe University sieht vor, dass außerhalb des Sprachunterricht mindestens ein weiterer Kurs belegt werden muss, zum Beispiel in der Intercultural Studies Fakultät.

Pluspunkte

An unserem Austauschjahr in Kobe hat uns die gute Lage des Wohnheims und der Stadt im Allgemeinen, die große Kursauswahl der Universität und auch die vielen Aktivitätsmöglichkeiten: die Berge Maya und Rokko, das Harborland und auch der Stadtteil Sannomiya sowie das gute Essen Japans, ausgenommen Natto, sehr gut gefallen.

Minuspunkte

Punkte, die uns weniger gefallen haben, dagegen waren, das unaufmerksame Verhalten vor allem der japanischen Studenten im Unterricht, als Ausländer meist gesondert behandelt zu werden, die andauernde Schwüle und Hitze, die zu vielen schmerzhaften Mückenstichen später führten und auch der Weg vom Wohnheim zu den weiter entfernten Einkaufsmöglichkeiten und das anschließende Tragen der Tüten bergauf zum Wohnheim.

Außerdem fanden wir es sehr unpraktisch ständig mit Bargeld zu bezahlen und leider gibt es für die ATMs Öffnungszeiten und eventuell sind auch Gebühren angefallen beim Abheben.

Was muss unbedingt mitgebracht werden?

Im Koffer solltet ihr unbedingt deutsche Taschentücher, einen Stromadapter für Japan, eine Kofferwaage und Gastgeschenke aus Deutschland sowie Zahnpasta und eventuell eine Mehrfachsteckdose mitnehmen, falls ihr viele deutsche elektronische Geräte benutzen wollt. Für die ersten Tage in Japan zum Kauf der Zugtickets oder Kleinigkeiten im Konbini sowie für die Kaution und eventuell eine Powerbank solltet ihr definitiv genug Bargeld mitnehmen. Während wir in Japan waren, haben wir deutsche Taschentücher, Brot und Tee sehr vermisst. Wir vermissen jedoch auch vieles aus Japan: die praktischen Konbinis, die 100¥ Shops, die pünktliche und zuverlässige Züge, die saubere Straßen mit Raucherspots, den super Service und die sehr langen Öffnungszeiten aller Geschäfte und auch japanischen Baseball und die Gamecenters.

Wie findet man Freunde?

In Kobe haben wir recht schnell Anschluss und Freunde finden können: im IC-Café, auf (Tutoren)Events, beim Stammtisch, beim Tandem oder auch in den Kursen, die wir besuchten.

Wie ist Kobe verkehrstechnisch erschlossen und was kann man da unternehmen?

Außerdem bietet Kobe viele Aktivitätsmöglichkeiten für jeden Geschmack. Durch die günstige Lage von Kobe in Kansai könnt ihr mit den Zügen sehr einfach und schnell nach Osaka (ca. 45min), nach Kyoto (ca. 1 1/2h), nach Himeji (ca.1h) oder viele andere nahe liegende Städt fahren. In Kobe ist der Stadtteil Sannomiya der belebteste und beliebteste Teil der Stadt mit vielen Restaurants, Bars, Geschäften, Karaoke und Gamecentern. Außerdem befindet sich in Kobe eine der vier China-Towns Japans und auch das nahe Harborland mit der Einkaufsstrecke namens Mosaic oder dem Merikenpark, der an das große Kobe-Erdbeben 1995 erinnert, sind definitiv einen Besuch wert.

Weiterhin könnt ihr sowohl auf den Rokko-Berg als auch den Maya-Berg steigen, wobei Letzterer sogar die dritt beste Aussicht Japans bietet.

Auch die Städte in der Umgebung sind sehr attraktiv: in Osaka befinden sich die Universal Studios, ein großer und themenreicher Freizeitpark, das zweitbeste Melon-Pan Japans und auch das Schloss von Osaka.

Kursempfehlungen

Abschließend möchten wir noch unsere Kursempfehlung abgegeben:

  • Yui: A comparative Study of Japanese Cultural Industries
  • Trümmer: German Conversation – als Teaching Assistant
  • Kreck: Cultural Studies – ebenfalls als Teaching Assistant
  • Tanigawa: Contemporary Chinese History (Mao Zedong)
  • Kondo: German politics
  • Watts: Intercultural Communications
  • KUPES-Program: EU and Japan comparative Seminar I – III

Fotocredit: idua_japan, Flickr

Advertisements